Sardinen, Tradition, Museales und gefiederte Begleiter

August 2021

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Sardinen gehören seit Menschengedenken zur Speisekarte der Algarve und es war der erste Fisch überhaupt, der zur Konserve verarbeitet wurde – allerdings in Frankreich, wo 1842 in Nantes ein Weg gefunden wurde, haltbare und transportierbare Soldaten-Rationen herzustellen. In Portugal begann die Entwicklung der Konserven-Industrie in den 1850er Jahren und war rund 100 Jahre lang einer der wichtigsten Wirtschafts-Zweige. Nach einem gewissen Niedergang ist die als “Königin des Sommers” bekannte Sardine zurück im Zentrum kulinarischer Neuerungen – frisch und als Konserve mit einer überwältigenden Zahl von Varianten der Zubereitung. Damit die kleinen Fische in ausreichender Menge vorhanden sind, ohne die Überfischung der Meere voranzutreiben, hat das portugiesische Meeres- und Klima-Institut IPMA nahe der Algarve-Stadt Olhão eine Sardinenzucht begonnen – mit Erfolg: Geschmack und Qualität der Fische stehen dem Genuss von Sardinen aus dem offenen Meer in nichts nach. Die Aquakultur wird nun fortgesetzt, denn sie erweist sich als Schutz der Bewirtschaftung von Wildbeständen und Umwelt. So hat sich nun auch die lange stillgelegte Traditions-Fabrik ‘Conserveira do Arade’ zur Wiederaufnahme der Produktion entschlossen und vertreibt Gourmet-Sardinen unter dem Namen ‘Papa Anzóis’. Das bedeutet: „Schlemme den Köder“, ist aber auch der Name, den Fischer vor langer Zeit den besonders ergiebigen Fanggründen vor der Küste der Algarve gaben.
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Der Monat August markiert nicht nur die Hochsaison, sondern auch einige mit dieser Jahreszeit verbundene Traditionen, die man in diesem Monat in der Algarve erleben kann. Eine davon ist das Fischerfest zu Ehren der Schutzpatronin der Seeleute ‘Nossa Senhora dos Navegantes’ auf der Insel Culatra, das soeben als nationales Kulturerbe anerkannt wurde. Höhepunkt des Festes ist die Prozession bunt geschmückter Schiffe in den Gewässern des Naturschutz-Gebietes Ria Formosa.
Traditionell wird dabei die Heiligenfigur aus der Fischer-Kapelle in Culatra nach Olhão gebracht. Dort bekommt sie Gesellschaft durch die Figur der Schutzpatronin von Olhão, ‘Nossa Senhora do Rosário’, und beide Heiligen werden nach Culatra zurückgebracht, wo sie Mittelpunkt einer Prozession durch den Ort sind. Die Figur der ‘Nossa Senhora dos Navegantes’ hält übrigens ein kleines Boot in der Hand, eine Gestaltung, die es so nur noch in Brasilien gibt, wo sie dank der aus Portugal überlieferten Tradition ebenfalls verehrt wird.
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Das städtische Museum Portimão wird um eine seefahrerische Attraktion reicher, was einen Besuch in dem mehrfach international preisgekrönten Industrie-Museum noch lohnenswerter macht. Die Verwaltung des Hafens von Sines im Alentejo, wo noch viele alte Kähne nostalgisch an die Hoch-Zeit der Fischerei erinnern, hat der Stadt ein traditionelles Holzboot aus dem Jahr 1936 überlassen. Das Traditions-Wasserfahrzeug der Netzfischer wurde einst auf den Namen ‘Moira’ getauft und ist eines der letzten Beispiele dieser Bauart. Seine Restaurierung in der nahe gelegenen Werft ist praktisch abgeschlossen, danach wird die ‘Moira’ zum musealen Objekt am Steg vor dem Museum, wo eine restaurierte Transport-Anlage mit Körben demonstriert, wie der Fisch aus den Fangbooten in die Fabrik geschafft wurde, die das heutige Museum einst war. Das Boot rundet die Industrie-Geschichte ab: Die ‘Moira’ gehörte seit den 1940er Jahren zur Flotte der Küsten-Fischer in der Algarve und war bis 1969 in Dienst.
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