Sardinen gehören seit Menschengedenken zur Speisekarte der Algarve und es war der erste Fisch überhaupt, der zur Konserve verarbeitet wurde – allerdings in Frankreich, wo 1842 in Nantes ein Weg gefunden wurde, haltbare und transportierbare Soldaten-Rationen herzustellen. In Portugal begann die Entwicklung der Konserven-Industrie in den 1850er Jahren und war rund 100 Jahre lang einer der wichtigsten Wirtschafts-Zweige. Nach einem gewissen Niedergang ist die als “Königin des Sommers” bekannte Sardine zurück im Zentrum kulinarischer Neuerungen – frisch und als Konserve mit einer überwältigenden Zahl von Varianten der Zubereitung. Damit die kleinen Fische in ausreichender Menge vorhanden sind, ohne die Überfischung der Meere voranzutreiben, hat das portugiesische Meeres- und Klima-Institut IPMA nahe der Algarve-Stadt Olhão eine Sardinenzucht begonnen – mit Erfolg: Geschmack und Qualität der Fische stehen dem Genuss von Sardinen aus dem offenen Meer in nichts nach. Die Aquakultur wird nun fortgesetzt, denn sie erweist sich als Schutz der Bewirtschaftung von Wildbeständen und Umwelt. So hat sich nun auch die lange stillgelegte Traditions-Fabrik ‘Conserveira do Arade’ zur Wiederaufnahme der Produktion entschlossen und vertreibt Gourmet-Sardinen unter dem Namen ‘Papa Anzóis’. Das bedeutet: „Schlemme den Köder“, ist aber auch der Name, den Fischer vor langer Zeit den besonders ergiebigen Fanggründen vor der Küste der Algarve gaben.