Zum Herbst gehört die Ernte. In der Algarve gilt das nicht nur für Wein und Kork, sondern auch für Johannisbrot, auf Portugiesisch: Alfarroba – eines der Symbole der Algarve. Portugals Süd-Region ist weltweit der größte Erzeuger dieser vielseitig einsetzbaren Frucht des immergrünen Baums. Sie wird wie seit Menschengedenken auch heute noch manuell geerntet: Erfahrene Helfer klettern in den Baum und streifen die dunkelbraunen Schoten von den Ästen herunter auf Planen, die rund um die Bäume gelegt werden. Andere Helfer rütteln die 10 bis 30 cm langen Früchte mit einem speziellen Stock von unten aus dem Baum.
Die Arbeit ist mühselig, aber lohnenswert, denn der Weltmarkt-Preis für Johannisbrot steigt stetig, weshalb in jedem Jahr zur Reifezeit die Polizei über Land fährt, um zu kontrollieren, ob Früchte illegal geerntet werden. Im letzten Jahr verschwanden immerhin rund 20 Tonnen.
Johannisbrot ist ein gesundes Lebensmittel mit hohem Nährwert, das keine allergenen oder stimulierenden Stoffe enthält und die Funktion des Nervensystems unterstützt. Einst stand das Fruchtfleisch als Nahrungsquelle für Mensch und Tier im Vordergrund. Heute wird u.a. Carob-Pulver als cholesterin-, lactose und glutenfreie Alternative zu Kakao und Kaffee-Ersatz produziert. Die Frucht wird in regionalem Gebäck und Honig verwendet, es gibt 'Alfarroba'-Branntwein und Liköre.