Gleich zu Beginn des Monats Oktober steht in Portugal ein historischer Gedenktag auf dem Kalender: Am 5. Oktober 1910 endete die Monarchie in Portugal und die Erste Republik wurde ausgerufen. Das Datum hatte schon lange vorher eine große Bedeutung im Lande, da Portugal am 5.10.1143 durch die Unterzeichnung des Vertrags von Zamora seine Unabhängigkeit von Spanien erhielt und damit ein neuer Staat auf der Iberischen Halbinsel entstand. Portugal ist einer der ältesten existierenden Nationalstaaten.
Bis zu jenem 5.10.1910 trugen die portugiesischen Monarchen 500 Jahre lang den Titel “Rei de Portugal e dos Algarves”, sie waren also Könige über das ganze Land und das gesondert erwähnte Gebiet der Algarve (daher der Plural “Algarves”). Diese Ländereien erstreckten sich seit 1415 auch auf die portugiesischen Eroberungen in Nord-Afrika, ebenso die Bezeichnung. Wundern Sie sich also nicht, wenn Portugiesen heute manchmal darüber klagen, die Politiker in Lissabon hätten die Region vergessen, für sie sei die Algarve nichts weiter als “ein Teil Nordafrikas”. Es gibt allerdings einen Herrscher, der laut dem kompletten traditionellen Titel seiner Krone dem Namen nach bis heute (auch) König der Algarve ist: Es ist der jeweils amtierende König von Spanien, derzeit also Felipe VI.