Ausflug, Sport, Sprache und Museales

Februar 2022

01
Wer geht nicht gerne am Strand spazieren? Wenige Kilometer östlich Ihres Ferien-Domizils liegt die Praia Grande – nein, nicht der Strand vor der Haustür, sondern das Areal nahe dem Ort Armação de Pêra. Ein Spaziergang dort verbindet gleich mehrere Elemente für die perfekte Freizeitgestaltung: Wellenrauschen auf der einen Seite und dahinter eine stille Küstenlagune, die ‘Lagoa dos Salgados’, gespeist vom Wasser des Flüsschens ‘Ribeira de Espiche’. Hier liegt eines der bedeutendsten Feuchtgebiete der Algarve, das bis zu 4.000 Jahre alt ist und auch Nicht-Ornithologen mit einer Vielfalt vom Flamingo über Purpurhuhn bis zum Reiher begeistert. Der erwachende Frühling taucht die wassernahe Botanik rund um das dichte Schilf in bunte Farben. Man kann den Bereich durch den Sand oder über einen modernen Holzsteg erwandern. Wer das hier vorhandene Felsgestein studiert, kann reichlich Meeresfossilien wie Austern, Seeigel und Haifischzähne entdecken. Auch gibt es alte Mühlen und Getreidespeicher, die von der landwirtschaftlichen Vergangenheit der Region zeugen.“
02
Sportliche Betätigung ist ab sofort auch in Ferragudo möglich: In unmittelbarer Nähe des Strandes ‘Praia da Angrinha’ wurde jetzt ein Street Workout-Park mit verschiedenen Sportgeräten eröffnet. Dort können alle Sportbegeisterten auch spontan trainieren, ohne selbst für die Ausrüstung sorgen zu müssen. Es scheint, als werde der 50 Jahre alte Trimm-dich-Pfad-Gedanke in Portugal neu belebt, wo inzwischen allein in der Algarve ein gutes Dutzend Orte über solche Einrichtungen verfügen. Die Street Workout-Anlage in Ferragudo kam dank einer Initiative junger Leute beim Bürgerhaushalt zustande und wurde unter Mitwirkung öffentlicher Sportverbände gestaltet.
03
Die UNESCO hat den 21.Februar zum Internationalen Tag der Muttersprache erklärt. Etwa die Hälfte aller auf der Welt gesprochenen Sprachen ist vom Aussterben bedroht. Da zu gehört auch ein in der Region Trás-os-Montes im äußersten Nordwesten Portugals gesprochenes Idiom: das Mirandesische, eine Mischung aus Spanisch und Portugiesisch. Noch etwa 12.000 Menschen beherrschen die Sprache und leben gesellschaftlich wie sprachlich „antre primos i armanos“ – „Unter Ahnen und Brüdern“ und halten eine bunte, fröhliche Folklore lebendig. Mirandesisch bildete sich im 12. Jahrhundert und ist in Portugal als Minderheitensprache anerkannt. Die Hälfte der Weltbevölkerung verständigt sind in gerade mal acht Idiomen, zu denen auch Portugiesisch gehört: Rund 200 Millionen Menschen weltweit geben Portugiesisch als Muttersprache an. Statistisch kann sich jeder dritte Portugiese auch in mindestens einer Fremdsprache unterhalten; Deutsch gehört hier sehr oft zu den erlernten Sprachen.
04
Bekanntlich ist die Historie Portugals nicht ohne Seefahrer und Entdeckungen ferner Länder zu erzählen. Damit verbunden sind auch dunkle Kapitel wie das der Sklaverei. Die wurde am 27. Februar 1869 per Erlass des damaligen Königs D. Luís in “allen Territorien der portugiesischen Monarchie mit sofortiger Wirkung” abgeschafft; “ausnahmslos alle Personen beiderlei Geschlechts, die sich an diesem Tag im Zustand der Sklaverei befinden, werden frei”, hieß es. Bereits seit 1761 war der Transport von Sklaven aus Afrika nach Portugal verboten und Sklavenhändler wurden strafrechtlich verfolgt. Diesen auch internationalen Teil der portugiesischen Landesgeschichte zeigt das Museum im ehemaligen Sklavenmarkt der Algarve-Stadt Lagos, wo nachweislich im Jahr 1444 erstmals in Europa Sklaven verkauft wurden. Der Besucher findet in vielen Räumen einen sehr plastischen und informativen Einblick in die Weltgeschichte mit vielen Original-Exponaten und zum Teil mit interaktiven Medien. Ein sehr lohnenswerter Ausflug.