Seitdem ganz Europa immer häufiger unter sommerlichen Extrem-Temperaturen ächzt, verlieren althergebrachte Superlative an Bedeutung. Das betrifft auch den kleinen Ort Amarelejo im Alentejo, der seit Menschengedenken als einer der heißesten Orte Europas gilt, was seit Beginn der Wetteraufzeichnungen auch amtlich bestätigt ist: Temperaturen von 40 Grad Celsius sind dort im Sommer „praktisch normal“, sagen die 2.000 Einwohner der Gemeinde nahe der spanischen Grenze. Wie im Nachbarland in Sevilla und Cazalla wurden auch schon über 45 Grad gemessen, in Amareleja allerdings häufiger – dort liegt der Rekord bei 47,4° C. Temperaturen, die die Meteorologen für die Bezirksstadt Beja angeben, „liegen bei uns immer zwei, drei Grad höher, im Schatten“, heißt es in Amareleja. Der Alltag verläuft dem Klima angepasst: Im Sommer geht die Arbeit oft um 5 Uhr los, vom Mittag bis zum späten Nachmittag wird eine Pause eingelegt. Mancher arbeitet nachts. Das alles sollte Reisende nicht an einem Besuch in der landschaftlich reizvollen Gegend hindern.