Wer durch Ortschaften spaziert, um deren Flair kennenzulernen, betrachtet den Baustil und Monumente oder die exotische Botanik. Doch sollte man den Blick auch auf den Boden richten, um etwas typisch Portugiesisches zu entdecken: ‘Calçada Portuguesa’, eine Technik, Wege zu pflastern und dabei handwerkliches Können mit Kunstsinn und Fantasie zu kombinieren. Das landesweit älteste und größte Beispiel für dieses Straßenpflaster schmückt seit 1849 den Rossio in Lissabon auf 8.712 m2. Seither haben die schwarzen und weißen, manchmal auch roséfarbenen Quader praktisch alle Städte in Portugal erobert: Viele großflächige, aber auch kleinteilige Motive entstanden. Zum steinernen Universum auf Wegen und Plätzen gehören in der Algarve Musikinstrumente, Blumen, Früchte, Getreide und Bäume, Eidechsen, Schmetterlinge, Delfine, Fische, Muscheln, Schnecken, Krebse, Seesterne und Vögel, auch Sterne und Motive, die an Portugals Geschichte erinnern: Karavellen, Fischerboote, Anker, Schiffstaue, Rosetten, Armillarsphären und Mythisches wie Nixen und Seeungeheuer.