Fisch, Streifzug, Natur und Arbeitsplatz

Januar 2023

01
Dass man unbedingt Fischgerichte und Meeresfrüchte probieren sollte, wenn man in der Algarve Urlaub macht, ist kein Geheimnis. Der Reichtum an Arten und Zubereitungen ist schier unerschöpflich, es heißt, es gebe 365 verschiedene Rezepte allein für den Stockfisch ‘bacalhau’, der von Portugals traditionellen Speisekarten nicht wegzudenken ist. Auch die Portugiesen selbst lieben das, was Fischern vor der heimischen Küste ins Netz geht: Jüngsten Zahlen zufolge wird mit jährlich knapp 60 Kilo pro Kopf der Bevölkerung nirgendwo in Europa so viel Fisch verzehrt wie hier – mehr als doppelt so viel wie im europäischen Durchschnitt (D = 14,8 kg). Weltweit erreicht das Land Platz Drei beim Fischkonsum. Gegrillte Sardinen, frittierte Makrelen, der grätenfreie Seeteufel, Tintenfische, Kraken oder auch die große Auswahl an Muschel-Gerichten – man sollte ohne zu zögern zugreifen, und das mit gutem Gewissen: Gerade in der Algarve gibt es viele Aquakulturen, deren Erzeugnisse aber nicht direkt auf dem Teller landen. Vielmehr werden Jungtiere gezüchtet und ins Meer entlassen, wo sie für den Erhalt der Bestände sorgen.
02
Unser Ausflugstipp führt in diesem Monat nach Sagres, ans südwestliche Ende des europäischen Kontinents. Der Legende nach befand sich dort die nautische Schule von Heinrich dem Seefahrer, doch obwohl das längst widerlegt ist, gehören Sagres und das Kap São Vicente zu den meistbesuchten Ausflugsorten Portugals. Geschichte und Mystik liegen über diesen Orten: Im 15. Jahrhundert begannen hier etliche Expeditionen zur afrikanischen Küste – ein Schritt zur Entdeckung der Welt. Entlang der Küste stehen zahlreiche Ruinen alter militärischer Befestigungen. Eine davon, die ‘Fortaleza de Beliche’, fiel 1587 dem englischen Seefahrer Francis Drake zum Opfer. Im Hinterland warten Relikte aus der Steinzeit und kleine Kirchen, die teilweise das Erdbeben von 1755 überstanden und auf einzigartige Weise Zeugnis mittelalterlicher Kunst der Algarve ablegen. Brunnen und Windmühlen erinnern an den Alltag der Menschen noch vor wenigen Dekaden. In der Festung von Sagres hat nun ein dokumentarisches Zentrum eröffnet, wo das auf dem Ausflug Sichtbare für Besucher multimedial aufbereitet, in den historischen Kontext gestellt und interaktiv erlebbar wird. Einige Museen haben dazu Originalstücke aus ihrem Fundus beigesteuert. Zudem gibt es verschiedene Kunstausstellungen.
03
Wenn die meisten Länder Europas unter grauem Himmel und Kälte leiden, tun sich in der Algarve die ersten Vorboten des Frühlings auf: Die Mandelblüte beginnt. Zartrosa-weiße, fragile Blüten an knorrigen Ästen, deren sich daraus entwickelnde Früchte noch vor wenigen Jahrzehnten ein bedeutender Wirtschafts-Faktor für die Region waren. Das ist heute nicht mehr so; noch immer lebendig ist hingegen die Legende der Mandelblüte: Es war einmal ein einsamer maurischer Prinz, der sich eines Tages in eine nordische Prinzessin verliebte und sie mit auf sein Schloss in die Algarve nahm. Doch bald wurde die Prinzessin schwermütig und litt unter der Sehnsucht nach dem Schnee ihrer Heimat. So ließ der Prinz Tausende von Mandelbäumen pflanzen und im folgenden Winter blickte die Prinzessin auf einen Teppich von Mandelblüten, der die Landschaft weiß färbte wie der Schnee ihrer Heimat. Auch ohne solch poetische Betrachtungen zeigt sich die Natur der Algarve zum Jahresbeginn in vielen Farben von einer besonders schönen Seite.
04
Wer die Algarve in den Ferien kennenlernt, erwischt sich manchmal bei dem Gedanken, auch länger hierbleiben zu wollen. Viele Menschen haben dies verwirklicht und die Algarve zu einem Mekka für sogenannte Digitale Nomaden gemacht. Wer einen Beruf ausübt, den er zumindest für einige Zeit unabhängig von einem festen Arbeitsort ausüben kann, findet hier alles, was er dazu braucht: Internetanschlüsse, perfekte Netzabdeckung und gleichzeitig Urlaubs-Atmosphäre. Besonders die Städte Portimão und Lagoa sind zum Zentrum für Büro-Nomaden geworden, da sie über gute Infrastruktur wie etwa Co-Working-Spaces verfügen, wenn mehr als nur der eigene Laptop benötigt wird. Die ‘Portimão Digital Nomads’ bilden bereits eine rund 1.000 Aktive zählende Gruppe. Sie feierte gerade ihren ersten Jahrestag und ist eine der am schnellsten wachsenden digitalen Gemeinschaften im Land. Auf der internationalen Plattform nomadlist.com wird Portimão als gut, sicher, nicht zu teuer und mit arbeits- und familienfreundlichem Ambiente bewertet steht in der Top Ten der besten Städte der Welt für digitale Nomaden, die ihrerseits die lokale Wirtschaft mit Aktivitäten in nahe gelegenen Unternehmen ankurbeln und Networking-Möglichkeiten für Einheimische fördern.