Ostern steht auf dem Kalender und damit verbunden viele landestypische Feiern. Besonders bekannt ist die ?Festa das Tochas Floridas', die in São Brás de Alportel stattfindet. Die meisten Besucher halten sie für eine religiöse Zeremonie, doch das ist nicht korrekt. Ursprünglich galt der blumengechmückte Umzug dem Sieg über Piraten an der Südküste Portugals: Im Jahr 1596 hatten die englischen Seefahrer Francis Drake und Walter Raleigh das spanische Cadiz geplündert und zogen nach Faro weiter. Die Bürger der Stadt hatten sich außerhalb versteckt und ihre Habseligkeiten vor den Invasoren in Sicherheit gebracht. Auf der Suche nach Wertvollem zogen die Seefahrer die Küste entlang und raubten in den Dörfern alles, was ihnen in die Hände fiel. Als die Eindringlinge in der Gegend von São Brás auftauchten, schlugen wütende Bauern empfangen sie mit Stöcken und Ästen in die Flucht. Als sich wenig später die gesamte Flotte von der Küste entfernte, schmückten die Portugiesen ihre hölzernen Waffen mit Blumen und trugen sie als Zeichen ihres Sieges durch die Stadt zur Messe in die Kirche. Daraus wurde im Lauf der Zeit die Prozession mit den „Blumenfackeln“, die bis heute am Ostersonntag durch die Straßen von São Brás zieht.