Badespaß, Erfrischung, Wein & Historie

August 2024

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Ab jetzt dominiert die Ferienstimmung vollends die Region: Für die meisten Portugiesen beginnt der Urlaub, der die Landsleute aus dem Norden in den Süden führt und die Zahl der Menschen in der Algarve vervierfacht. Um sie alle zu unterhalten, gibt es allerorten gastronomische Festivals, Historien-Spektakel laden zum Mitmachen ein, Zentren dieser Festivals sind Silves und Castro Marim. Kein anderer Monat im Jahr bietet so viel Zeitvertreib, und Konzerte finden praktisch überall statt. Eine besondere Gaudi verspricht das „Heilige Bad“ immer am 29.8. Was heute als Folklore gilt, war einst ein ernster Akt der Reinwaschung. Mit dem ‘banho santo’ bekämpfte man Ängste und schwere Krankheiten, vertrieb gegebenenfalls auch den Teufel. Man stürzte sich um Mitternacht in die Fluten oder wartete bis Sonnenaufgang, da Luzifer das Tageslicht scheut. Und weil die Menschen in früheren Jahrhunderten Nachthemden und Hauben trugen, springen die Teilnehmer bis heute in altmodischen Gewändern ins Wasser. In der Algarve blieb der Brauch in Manta Rota an der Ost-Algarve und Lagos im Westen erhalten, im Alentejo am Strand von Porto Covo.
02
In unserem Ausflugstipp möchten wir sie nach Monchique mitnehmen. “Vom Gipfel des Berges Foia erlebt man eines der schönsten Panoramen der Welt“, schrieb der deutsche Naturforscher Heinrich Friedrich Link beim Besuch der Algarve im Jahr 1797. Das stimmt auch heute noch – doch der Reiz des Ortes liegt im Hochsommer auf den bewaldeten Wegen des Kurortes Caldas de Monchique und verdeutlicht auch die landschaftliche Vielfalt Ihrer Urlaubs-Region. Spazieren gehen im Schatten uralter Bäume, ein Besuch in einem der Geschäfte, die traditionelle Waren der Algarve anbieten, ein Kaffee im Zentrum der kleinen Ortschaft versprechen Erholung pur. Zudem gluckert an vielen Stellen Wasser aus dem Gestein, das Erfrischung an einem heißen Sommertag garantiert – an den entsprechend beschilderten Quellen hat das kühle Nass Trinkwasser-Qualität. Schon vor unserer Zeitrechnung lobten römische Siedler in der Gegend die entspannende Wirkung des Wassers für Körper und Seele.
03
Portugal ist nicht nur ein bekanntes Weinland, hier liegt auch das weltweit erste geschützte geografische Weinbaugebiet, und zwar am Douro, wo (nicht nur) der Portwein herkommt. Die Anerkennung und Festlegung des Anbaugebietes wird nun 266 Jahre alt. Mitte August des Jahres 1758 wurden die ersten 201 von insgesamt 335 Grenzsteinen in den Weinbergen aufgestellt. Sie limitierten das Anbaugebiet und verdeutlichten: Trauben, die außerhalb der Markierungen wachsen, unterlagen keiner Qualitätsgarantie. Dem Erlass des Königs D. José I. zufolge sollte die dadurch geschaffene Weinbaugesellschaft ‘Companhia Geral da Agricultura das Vinhas do Alto Douro’ die "Anlage von Weinbergen und den Ruf des Weins unterstützen und gleichzeitig den Weinhandel fördern”, um durch festgelegte Preise Weinbauern und Händler für ihre Arbeit zu entlohnen. Der Erlass beinhaltete eine ökonomische Ermächtigung für die Zukunft, denn die Douro-Gesellschaft erhielt Befugnisse und Privilegien, durch die sie den Staat bei der Erhebung von Steuern, dem Bau von Straßen und der Schiffbarmachung des Flusses ersetzten.
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Portugals Hoffnung auf eine bessere Welt verkörpert bis heute König D. Sebastião I., obwohl er schon seit 446 Jahren tot ist. Sein Mythos lebt – nicht nur in zahlreichen Straßennamen und in der ihm gewidmeten Statue in der Algarve-Stadt Lagos: Anfang August des Jahres 1578 zogen portugiesische Truppen nahe der marokkanischen Siedlung Al Quasr Qibir in den Kampf, um Vorteile im Handel mit afrikanischen Stammesfürsten zu sichern. König D. Sebastião I, der sich als Nachfahr der Kreuzritter sah und von mittelalterlichen Heldengesängen träumte, war zum Zeitpunkt der Schlacht gerade mal 24 Jahre alt und völlig unerfahren. Entsprechend endete der Angriff als Folge seiner planlosen Strategie und fehlender Koordination in einer vernichtenden Niederlage. Von 18.000 Soldaten konnten sich nur hundert in die Heimat retten. Der König selbst gilt als verschollen. Das nährt bis heute symbolisch die Hoffnung der Menschen auf seine Wiederkehr zur Rettung seines Landes aus jedweder Gefahr.