Cataplana, Natur, Eis und Kultur

August 2025

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Fisch und Meeresfrüchte stehen in der Algarve ganzjährig auf den Speisekarten, im Sommer jedoch auf besondere Weise. Und dazu gehört immer eine Cataplana. Der Name steht für das traditionelle Koch-Utensil selbst, ebenso wie für seinen Inhalt – und es gibt keine zufriedenstellende Übersetzung für die Bezeichnung. Auch der Ursprung der Cataplana ist nicht eindeutig. Vermutlich ist sie während der 500-jährigen maurischen Besiedelung der Region entstanden. Die Form der Cataplana ist möglicherweise von Muscheln inspiriert, die sich an der Algarve-Küste finden. Historische Aufzeichnungen erwähnen eine Öffnung im Boden, in der die Cataplana in die Glut gestellt und dann mit Sand bedeckt wurde. Alte Modelle wurden aus Zink gefertigt, bevor Kupfer das Material der Wahl im traditionellen Handwerk wurde. So erhält jede Speise – egal ob Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte oder das dazugehörige Gemüse – seinen ganz eigenen Geschmack, wenn sie hermetisch abgeschlossen und niedriger Temperatur garen.
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Unser Ausflug geht im August natürlich ans Wasser, dorthin, wo es auch im Hochsommer ruhig und beschaulich ist: An den Strand ‘Praia do Barril’ auf der Insel Tavira. Man fährt zum Strand etwa einen Kilometer mit einem kleinen Zug auf alten Schienen, die früher von der lokalen Fischergemeinde genutzt wurden, und genießt unberührte Natur. Wer möchte, kann zu Fuß gehen und einem flachen Weg folgen, der durch die Lagunen-Landschaft des Naturschutzgebietes ‘Ria Formosa’ führt. Die Landschaft ist von Salinen und Zugvögeln geprägt. In jedem Fall ist der Weg zum Strand bereits Teil des Erlebnisses, und das Gestade selbst ist vermutlich das weitläufigste der Algarve. Das Meer ist kristallklar und ruhig und lädt zum Schwimmen, Paddeln, Surfen oder Kitesurfen ein. Der Strand wird während der Saison bewacht und verfügt über Restaurants und sanitäre Einrichtungen. Der sogenannte „Friedhof der Anker” macht den Ort einzigartig. Die Anker wurden als kuriose Hommage an den Fischfang in den Dünen aufgestellt. Gleichzeitig befestigen sie den Sand und mindern die Erosion. Auf Wanderwegen und Bootsfahrten kann man Vögel beobachten, Ökosysteme kennenlernen und die Verbindung zwischen Land und Meer spüren.
03
Sommerzeit –Eiszeit! Lange vorbei sind die Zeiten, wo man sich mit Vanille, Erdbeere, Schokolade, eventuell noch Zitrone oder Kaffee-Geschmack begnügen musste. In der Algarve findet man Eis aus allem, was sich (eis)kalt (kon)servieren lässt. Dazu gehören landestypische Früchte, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte: Feigen-Eis oder eine kühle Schleckerei auf der Grundlage von Medronho (das ist die Baum-Erdbeere), Johannisbrot, Mandeln, ‘Ovos moles de Aveiro’ (eine regionale Süßspeise mit Ei), ‘Dióspiro’ (Kakipflaume), ‘Papoila’ (Mohn), Ananas-Basilikum oder Kokos-Piripiri sowie ‘Requeijão com doce de abóbora’ (dem Sahnequark ähnlicher Frischkäse mit Kürbis-Mus) lauten die Bezeichnungen einiger Sorten, die zu suchen es lohnt. Auch die landesweit kultigen ‘Pasteis de Nata’ gibt es in der gefrorenen Variante. Sehr edel ist Kastanien-Portwein-Eis, abwechslungsreich auf der Zunge, sehr fruchtig und nicht süß ist ‘Doce Algarvio’: Milcheis gespickt mit Orange, Mandel, Johannisbrot und Feigen. Statistiker haben für Portugal den zweithöchsten Speiseeis-Verbrauch in Europa registriert: 14,19 Kilo pro Kopf und Jahr (auf Platz Eins liegt Belgien). Man kann Portugal auch per Eis-Karte entdecken.
04
An vielen Orten der Algarve fallen Skulpturen und andere Kunstwerke auf, die sich thematisch mit der Region auseinandersetzen und zudem auf Recycling setzen. In Vilamoura wurde nun das jüngste Werk des Bildhauers Bordallo II (er hat seinen Künstlernahmen einer berühmten portugiesischen Künstler-Dynastie entlehnt) aufgestellt: In unmittelbarer Nähe zum Strand werden die Besucher nun von einer gigantischen Krabbe begrüßt, die aus alten Fahrrädern zusammengesetzt ist. Wiederverwertetes Gestänge, gebrauchte Sättel, Lenker und andere Überreste von 30 alten ausgemusterten Fahrrädern aus dem Bestand eines kommunalen Fahrradverleihs sind nun Teil einer in Zukunft zu erweiternden Serie mit symbolischen Meereslebewesen. Umweltschutz, der Hinweis auf Artenvielfalt und die Belebung des öffentlichen Raums durch ein Kunstwerk finden so zusammen.