Der Weihnachtsmonat zeigt sich auch in Portugal mit bunt geschmückten Tannenbäumen,Weihnachts-Märkten, Musik und Unterhaltung. Doch diese Attribute sind in Laufe der vergangenen Jahrzehnte aus anderen Kulturen importiert; alte Weihnachts-Traditionen in Portugal sahen anders aus und blieben in kleinen Ortschaften im Hinterland als Überreste vorchristlicher Feste erhalten. Dabei steht die Zeit rund um die Wintersonnenwende im Vordergrund. Das Fest steht für Licht in einer Welt der Dunkelheit. Werden die Nächte länger, ehrt man die Natur: Die Menschen schmücken ihre Wohnungen mit immergrünen Zweigen von Kiefern oder Stechpalmen. Die zu dekorieren, ist nicht üblich. Draußen werden Lagerfeuer als Symbol für Licht und Leben entfacht, auf dass der Winter schnell vorbeigehe. Bei Einbruch der Dunkelheit versammeln sich alle um das Feuer und erzählen Geschichten, in denen es um Helden, Monster, Mythen und Legenden geht. Die Mahlzeiten bestehen aus Nahrungsmitteln der Saison – Kürbis, Kastanien, Äpfel, Fleisch der letzten Schlachtung. Selbstgebackene Süßigkeiten fehlen nie. Am Tisch bleibt immer ein Platz leer, symbolisch für diejenigen, die im zu Ende gehenden Jahr verstorben sind. Geschenke gehören nicht zum Ritus.